Plant Simulation beinhaltet in der Standard bzw. Professionalversion bereits zahlreiche
Schnittstellen zur Datenaustausch mit anderen Anwendungen (z.B. MS-Excel, XML, ASCII-Dateien,
HTML, COM). Das Plant Simulation Interface Package bietet zusätzliche Schnittstellen
zur Kommunikation mit anderen Anwendungen, bzw. zum Datenaustausch mit Standard-Datenbanksystemen.
Die folgenden Schnittstellen sind enthalten:
ActiveX
Das Objekt ActiveX ist die Schnittstelle zwischen Tecnomatix Plant Simulation und
ActiveX-Steuerungen. Er erlaubt das Einbetten von ActiveX-Steuerungen in das Plant
Simulation Netzwerk. Sie können auf Methoden und Attribute der ActiveX-Steuerungen
auch über den Informationsfluss zugreifen. ActiveX ist eine Objekttechnologie, die
es erlaubt, Objekte (ActiveX-Steuerungen) in einer Containeranwendung zu aktivieren
und Daten mit diesen Objekten über definierte Schnittstellen auszutauschen. Die
ActiveX Technologie basiert auf OLE (Object Linking and Embedding). ActiveX-Steuerungen
stehen in großer Vielfalt zur Verfügung oder können mit Hilfe geeigneter Entwicklungswerkzeuge
(Microsoft Visual C++, Microsoft Visual Basic, usw.) erzeugt werden. Beispiele für
ActiveX-Steuerungen, die Sie aus Ihrer täglichen Arbeit mit MS Windows kennen, sind
der Internet Explorer oder die Medienwiedergabe.
C-Schnittstelle
Das Anwendungsgebiet eines modernen Simulationssystems kann durch die Einbindung
eigener, bereits vorhandener C-Funktionen erheblich erweitert werden. Auf diese
Weise können Sie die Einsatzgebiete der Simulationstechnik durch Anbindung von numerischen
Bewertungs- und Optimierungsverfahren an Plant Simulation erhöhen. Die Vorteile
des direkten Datentransfers zwischen Plant Simulation und anderen Anwendungen (z.
B. BDE-Terminals, Datenbanken, usw.) liegen ebenfalls auf der Hand. Plant Simulation
bietet Ihnen diese Möglichkeiten mit seiner C-Schnittstelle. Über die Schnittstelle
können Sie C-Funktionen direkt aus der Plant Simulation Informationsflußsprache
SimTalk heraus aufrufen. Dazu müssen Sie ein Programm erstellen, daß ihre Funktionen
und eine Schnittstelle mit einem vorgegebenen Format enthält. Dann können Sie dieses
Programm aus SimTalk mit der Funktion loadLibrary laden und mit callLibrary Funktionen
daraus ausführen. Innerhalb der C-Funktionen ist auch ein direkter Zugriff auf Plant
Simulation-Objekte möglich. Ein bidirektionaler Datenaustausch zwischen Plant Simulation
und einem externen C-Programm wird so möglich.
ODBC
Plant Simulation stellt das Objekt ODBC bereit, mit dem Sie eine Verbindung zu einer
beliebigen Datenquelle, die Sie vorher eingerichtet haben, herstellen können. Um
mehrere Verbindungen gleichzeitig bereitstellen zu können, können Sie das Objekt
ODBC innerhalb der Klassenbibliothek mehrmals duplizieren. Die ODBC-Schnittstelle
ermöglicht Plant Simulation den Zugriff auf unterschiedlichste Datenquellen. ODBC
(Open Database Connectivity) ist eine allgemeingültige SQL-Schnittstelle, die gegenüber
produktspezifischen Schnittstellen den Vorteil besitzt, daß Sie damit auf so verschiedene
Datenquellen wie Microsoft Excel, dBase, Text-Dateien sowie Datenbank Management
Systeme (DBMS) wie Oracle oder Informix zugreifen können, sofern Sie über die entsprechenden
Treiber verfügen. Die Kommunikation zwischen Plant Simulation und der Datenquelle
findet dabei über den ODBC Driver Manager und den ODBC Database Driver statt. Plant
Simulation realisiert die ODBC-Schnittstelle mit Hilfe sogenannter ODBC-Calls, die
in den Bibliotheken odbc32.lib und odbccp32.lib bereitgestellt werden. Diese Schnittstelle
erlaubt es Ihnen mit einer beliebigen Datenquelle, für die ein ODBC-Treiber zur
Verfügung steht, eine Verbindung einzurichten, SQL-Statements zur Laufzeit zu formulieren
und diese an die Datenquelle zu senden. Der ODBC Driver Manager gehört bei Microsoft
Windows standardmäßig zum Betriebssystem. Er hat in erster Linie die Aufgabe die
im konkreten Fall benötigten Treiber zu laden und zu verwalten. Die Treiber bilden
die ODBC-Schnittstelle für die Datenquellen und werden als Dynamic-Link-Libraries
(DLLs) bereitgestellt. Man unterscheidet zwischen Single-Tier-Treibern und Multiple-Tier-Treibern.
Single-Tier-Treiber sind für Datenquellen gedacht, die kein SQL-Interface besitzen
(z. B. Excel, dBase oder Text). In diesen Fällen verarbeitet der Treiber neben den
ODBC-Aufrufe auch die SQL-Anweisungen. Sie werden vom Treiber in elementare File-Operationen
umgesetzt. Diese Treiber begrenzen im allgemeinen die verfügbaren SQL-Anweisungen.
Sie müssen jedoch zumindest den von ODBC definierten Minimum-Sprachumfang absichern.
Multiple-Tier-Treiber setzen einen Server voraus, der die Verarbeitung der SQL-Anweisungen
übernimmt und der die Schnittstelle zur Datenquelle ist. Der Treiber verarbeitet
die ODBC-Aufrufe und leitet die SQL-Befehle an den Server weiter. Dabei können Sie
auch DBMS-spezifische Aufrufe formulieren. Andere Aufrufe werden vom Treiber so
geändert, daß diese der von DBMS geforderten Syntax entsprechen. Multiple-Tier-Treiber
stehen für typische Client/Server-Architekturen wie Oracle, Informix oder Sybase
zur Verfügung. Die Treiber bilden zusammen mit der Anwendung den Client.
OPC
OPC ist einer der bedeutensten Kommunikationsstandards für die Automatisierungstechnik.
Mit Hilfe von OPC können Hardware und Softwareanwendungen unterschiedlicher Hersteller problemlos miteinander
kommunizieren. Aus diesem Grund wird OPC vor allem dort eingesetzt, wo Sensoren, Regler und Steuerungen verschiedener
Hersteller ein gemeinsames, flexibles Netzwerk bilden. Plant Simulation bietet mit seiner OPC-Schnittstelle
die Möglichkeit, Steuerungssysteme bereits vor der eigentlichen Installation, bzw. sogar bevor die eigentliche Hardware
zur Verfügung steht, zu testen und zu optimieren (Virtuelle Kommisionierung / virtual commissioning).
Ein in Plant Simulation erstelltes Modell wird über die
OPC Schnittstelle mit der Steuerung verbunden und steht als Client zur Verfügung. Alle Steuerungsbefehle werden im
Plant Simulation Modell umgesetzt und ggf. bestätigt. Zustandsänderungen und andere Informationen werden an die
Steuerung zurückgemeldet.
Socket
Das Objekt Socket stellt eine TCP/IP-Schnittstelle für Plant Simulation zur Verfügung.
Auf diese Weise kann Plant Simulation mit anderen Anwendungen, die ebenfalls eine
Socket-Schnittstelle besitzen, kommunizieren. Die Socket-Kommunikation ist die Grundlage
der heute am weitesten verbreiteten Kommunikations-Software. Sockets beschreiben
eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung, die in der Initialisierungsphase geknüpft wird,
und danach einen Online-Informationsaustausch erlaubt. Da die Socket-Verbindung
direkt auf dem TCP/IP-Protokoll aufsetzt, ist eine schnelle Datenübertragung ohne
großen zusätzlichen Overhead gewährleistet. Bei Socket-Verbindungen fungiert ein
Prozess als Server, bei dem sich dann weitere Prozesse als Clients anmelden. Plant
Simulation kann als Client sowie als Server fungieren.
SQL (Oracle10g)
Die SQL Schnittstelle stellt eine Verbindung mit externen Oracle 10g Datenbanken
her. Sie können Daten aus einer Datenbank in Plant Simulation importieren und Ihre
Simulation in Plant Simulation mit diesen Daten durchführen. Sie können dann die
Daten, die sich aus den Simulationsläufen ergeben haben zurück in die Datenbank
schreiben. Die SQL Schnittstelle kann eine Verbindung mit einem beliebigen Oracle
10g Datenbankserver im Computernetzwerk herstellen, auf die Ihr lokaler Computer
zugreifen kann. Sie können gleichzeitig maximal sechs Verbindungen zu unterschiedlichen
Datenbankservern herstellen. Tecnomatix Plant Simulation 8.2 unterstützt die Oracle-Netclients
der Version 10g um auf Oracle-Datenbanken zuzugreifen. Oracle-Netclient 10g kann
auch auf Oracle-Datenbanken der Version 9.x oder älter zugreifen. Des Weiteren können
Sie den Oracle 10g Instant Client, der zusammen mit Plant Simulation installiert
wird, verwenden, um auf eine Oracle-Datenbank ohne einen Oracle-Client zuzugreifen.